Unitools: Die universelle Schnittstelle für KI-Aktionen

Unitools: Die universelle Schnittstelle für KI-Aktionen

Mit Unitools verbindet botBrains deine KI mit ERP, CRM, Shopsystemen und Inhouse-Software. Statt teurer Individualintegrationen reichen kleine Codebausteine für lesende und schreibende Aktionen.

·7 Min. Lesezeit·Draft·Feature
Liam van der Viven

Liam van der Viven

Mitgründer & CTO bei botBrains

KI im Kundenservice braucht nicht nur Wissen aus dem FAQ. Sie muss die Bestellungen eines Kunden nachschauen können und im richtigen Moment auch eine Adresse ändern, ein Abo anpassen oder einen Vorgang an ein anderes Team weitergeben. Dafür reicht es nicht, ein Help Center anzubinden. Eine KI braucht lesenden und schreibenden Zugriff auf Shopsysteme, ERPs, CRMs und andere operative Systeme.

Genau hier setzt Unitools an. Mit Unitools veröffentlicht botBrains eine neue Aktionsschicht für KI-Agenten im Kundenservice. Sie gibt deiner KI lesende und schreibende Aktionen für praktisch jedes Zielsystem, egal ob ERP, CRM, Shopsystem, interne Datenbank oder proprietäre Inhouse-Software. Wenn dein Team heute Bestellungen sucht, Adressen ändert, Abos upgraded oder Daten in einem internen Tool nachschlägt, kann botBrains diese Aktionen jetzt ebenfalls ausführen.

Warum wir Unitools gebaut haben

Systemanbindungen waren bisher einer der teuersten und langsamsten Teile beim Rollout von KI im Support und damit ein echter Inhibitor für mehr Automatisierung. Ein typisches Beispiel aus der Vergangenheit war:

970,00 Euro pro Entwicklertag x 3 Tage x 2 Systeme = 5.820,00 Euro

Diese Rechnung kam nicht zustande, weil Integrationen konzeptionell so schwer wären, sondern weil jede Kundenlandschaft anders aussieht. Neben bekannten Plattformen wie SAP oder Microsoft Dynamics sehen wir laufend unbekannte ERP Systeme wie Fashion XL ERP, Zeyos, Adagio ERP, Veeva Vault oder Eigenentwicklungen. Es gibt schlicht zu viele davon, um jede Integration einmal zu bauen und danach über viele Kunden zu refinanzieren. Also mussten Kunden diese Arbeit bisher oft separat bezahlen, und genau das hat Projekte langsam gemacht.

Was mit Unitools neu möglich ist

Mit Unitools kann botBrains nicht nur mit klassischen HTTP-APIs sprechen, sondern genauso mit Datenbanken und internen Tools. Das reicht von SQL-Abfragen über Redis- oder Mongo-Zugriffe bis hin zu REST- und GraphQL-Endpunkten. Dadurch wird aus einem Chatbot ein Agent, der operative Arbeit in echten Systemen erledigen kann. Er kann Bestellungen im ERP finden, Lagerbestände prüfen, Vertragsdaten aus einer Datenbank lesen, einen Refund über eine API anstoßen oder einen internen Workflow in einer proprietären Anwendung auslösen.

Genauso wichtig sind aber die kleineren, konkreten Aktionen im Tagesgeschäft. Ein Agent kann vor einer sensiblen Auskunft per API eine SMS-Verifikation auslösen und erst nach erfolgreicher Bestätigung Kontodaten oder Lieferinformationen freigeben. Er kann über die Zendesk-API automatisch eine Side Conversation eröffnen, wenn ein Fall intern an Logistik, Finance oder einen Fachbereich weitergegeben werden muss. Er kann Meetings anlegen, Adressänderungen speichern oder Statusinformationen aus mehreren Systemen zusammenführen. Unitools sind deshalb nicht nur ein Integrationsfeature, sondern die Grundlage dafür, dass KI in Support-Prozessen wirklich handeln kann.

Warum ein API-Baukasten nicht reicht

Auf den ersten Blick klingt die Aufgabe immer ähnlich: API anbinden, Daten lesen, Antwort erzeugen. In der Realität scheitert es an den Details. Viele Systeme speichern keine sprechenden Werte wie ORDER_SUBMITTED, ORDER_PICKED, ORDER_IN_TRANSPORT sondern nur interne Codes wie 1, 2 oder 3. Für Menschen ist das ohne Kontext kaum lesbar, und für KI gilt das genauso. Zwischen einem Rohwert aus dem System und einer brauchbaren Aktion liegen fast immer Validierung, Transformation, Authentifizierung, Fehlerbehandlung und Absicherung für Schreibzugriffe.

Genau deshalb ist Code am Ende die einzige universelle Schnittstelle. Nicht weil wir unnötig programmieren wollen, sondern weil sich echte Geschäftslogik nicht sauber in einen starren HTTP-Baukasten pressen lässt. Manchmal braucht es nur ein paar Zeilen, um Systemverhalten explizit zu modellieren, Felder zu prüfen oder einen sicheren Schreibprozess zu kapseln. Unitools nutzen genau diesen Ansatz: Jede Aktion enthält die Logik, die für einen konkreten Workflow notwendig ist, statt nur einen generischen API-Request zusammenzuklicken. Dadurch wird das Verständnis der KI nicht dem Modell überlassen, sondern gezielt in Code beschrieben.

Ein vollständigerer Blick auf die neuen Fähigkeiten

Der praktische Unterschied zeigt sich vor allem in der Breite der Anwendungsfälle. Früher war eine Integration oft gleichbedeutend mit einem einzigen Lookup, etwa dem Abrufen eines Bestellstatus. Mit Unitools geht es um deutlich mehr. Eine KI kann Daten aus mehreren Quellen kombinieren, Kundeneingaben validieren, auf Basis interner Regeln Entscheidungen treffen und anschließend wieder in Systeme zurückschreiben. Dadurch entstehen zusammenhängende Aktionen statt lose verbundener API-Calls.

Ein gutes Beispiel ist ein Supportfall rund um eine Bestellung. Der Agent kann Bestelldaten im ERP abrufen, dabei das fachliche Verständnis für interne Statuswerte und Sonderfälle exakt so anwenden, wie es im jeweiligen System definiert wurde, vor einer Adressänderung eine Verifikation per SMS anfordern, die Änderung im Shopsystem speichern und bei Bedarf parallel eine Zendesk Side Conversation für das Warehouse eröffnen. Für den Endkunden wirkt das wie ein einziger sauber gelöster Vorgang. Im Hintergrund spricht botBrains aber mit Datenbanken, APIs und internen Tools gleichzeitig und führt einen modellierten Prozess aus, statt die Bedeutung einzelner Systemwerte frei interpretieren zu müssen.

Erste Erfolge

Der größte Effekt von Unitools ist Geschwindigkeit. Neue Anbindungen bedeuteten früher schnell mehrere Entwicklertage pro System. Heute können viele Kunden solche Aktionen selbst erstellen oder wir setzen sie gemeinsam in einem 30-Minuten-Call auf. Das reduziert nicht nur Kosten, sondern vor allem die Zeit bis zum ersten produktiven Use Case. Statt lange Integrationsprojekte zu planen, lassen sich konkrete Support-Aktionen schnell live bringen und iterativ erweitern. Wie stark sich direkte ERP-Anbindungen auf die Automatisierung auswirken können, zeigt auch unser Beitrag darüber, wie Ballsportdirekt 90 Prozent der Kundenanfragen automatisiert.

Jetzt ausprobieren

Unitools sind der Grund, warum botBrains heute auch bei ungewöhnlichen ERP-, CRM- und Inhouse-Systemen schnell produktiv werden kann. Sie machen aus Wissen, APIs und Datenbanken echte Aktionen, die ein KI-Agent sicher ausführen kann. Wenn du besser verstehen willst, wie diese Aktionen in größere Support-Prozesse eingebettet sind, lohnt sich auch ein Blick auf das KI-Support Flywheel und darauf, warum gute Eskalationen so wichtig sind. Wenn du deiner KI lesende und schreibende Fähigkeiten für deine Systeme geben willst, kannst du Unitools ab sofort nutzen.

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Über den Autor

Liam van der Viven

Liam ist Mitgründer von botBrains und leitet die technische Entwicklung als CTO. Zuvor war Liam als Softwareentwickler bei Amazon Web Services tätig. Er hat sein Studium in IT-Systems Engineering mit einem Bachelor of Science am renommierten Hasso-Plattner-Institut erfolgreich abgeschlossen.